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Spital und Rathaus

Das Julius-Spital

In der Regierungszeit Julius Echters wurden im gesamten Fürstbistum Würzburg Einrichtungen der Wohlfahrtspflege reorganisiert und neu errichtet. So entstand in Rothenfels das Julius-Spital als Stiftung des Landesherrn. Der Bau wurde 1597-99 errichtet, die Gründungsurkunde der Spitalstiftung 1601 ausgestellt. Der zweiflügelige, dreigeschossige Bau fällt durch seine gewellten Giebel auf. An der Außenwand zur Hauptstraße verweist eine prächtige Wappentafel mit der Jahreszahl 1597 auf den Stifter und Bauherrn. An der Frontseite und an der Rückseite befinden sich weitere Inschriften beziehungsweise Wappen mit den Daten 1631 und 1578. Bemerkenswert sind die bis in die jüngste Zeit reichenden Hochwassermarken an der Nordostecke.

Das für die Stadt und das Umland hochwichtige Institut der Armen- und Krankenpflege war mit Einkünften aus Grundbesitz, Geldstiftungen und Darlehensgeschäften ausgestattet. Die Zahl der Insassen schwankte zwischen sechs in der Anfangszeit und 30 in der Schlussphase. Die Verwaltung der Spitalstiftung unterstand zunächst einem fürstbischöflichen, dann fürstlichen Beamten in der Burg, seit 1850 einem Ausschuss der Gemeindeverwaltung unter Leitung des Ortspfarrers.

Neues Leben im Kulturdenkmal

Das Rothenfelser Alten- und Pflegeheim zog 2008 in einen Neubau in Hafenlohr um. Das seitdem leerstehende historische Gebäude wurde 2012 an einen Marktheidenfelder Architekten verkauft, der es nach gründlicher Sanierung mit seinem eigenen Büro und weiteren Gewerben beziehen will. So wird das Kulturdenkmal bald mit neuem Leben erfüllt.

Das Rathaus

Das Rathaus der mittelalterlichen Stadt stand an der Stelle unterhalb der Kirche, die heute vom Spital eingenommen wird. Das jetzige Rathaus in der Ortsmitte wurde auf Initiative des Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn seit 1596 geplant und 1598/99 errichtet. Das Stadtwappen über dem Hauptportal mit der Jahreszahl 1595 wurde schon vorher gefertigt.

Baumeister war der Lohrer Steinmetz Michael Imkeller, der gleich anschließend auch das Rathaus von Lohr entwarf und baute. Die Ähnlichkeit der beiden Häuser mit reich verzierten Renaissance-Formen und prächtigen Toren ist unverkennbar. Die geschweiften Giebel und der Treppenturm gehören zum unverwechselbaren Rothenfelser Stadtbild. Die Inneneinteilung wurde vielfach verändert, im Untergeschoss sind die ehemaligen Remisen und das schöne Gewölbe erhalten.

Ein multifunktionales Gebäude

Das Rathaus ist nach wie vor Sitz der Stadtverwaltung. Im Lauf der Jahrhunderte diente es auch anderen Zwecken wie Gericht, Gefängnis, Schule, Archiv, Stall, Lagerhaus und Arbeitsdienstlager. Ein interessantes Detail ist das Halseisen an der Frontseite als Zeichen drastischer Strafen in früheren Zeiten.